Safari Kruger Nationalpark für Einsteiger: Reisezeit, Reisedauer, Malaria (Teil 1)

Kruger Nationalpark Sunset Drive

Safaris sind nur was für Reisende mit dem nötigen Kleingeld? Und kommen für dich als Backpacker sowieso nicht in Frage? In Südafrika könnte es sein, dass du diese Glaubenssätze aufgeben musst. Klar ist: eine Safari wird schon ein ganzes Stück teurer als deine letzte Reise nach Indien. Aber wenn du dir den Safari-Traum erfüllen willst, dann bietet dir gerade der Kruger Nationalpark das beste Preis-Leistungsverhältnis und die besten Bedingungen für Einsteiger. Alle Infos findest du hier in meinem Safari Guide Kruger Nationalpark für Einsteiger. Da es zu dem Thema doch so einiges zu erzählen gibt, habe ich diesen Guide in drei Teile aufgeteilt. Hier im ersten Teil findest du meinen Erfahrungsbericht sowie Informationen zur Reisezeit, Reisedauer und Malaria im Kruger Nationalpark.

Safari Kruger Nationalpark für Einsteiger: Erfahrungsbericht

Die großen Fragen auf deiner Self-Drive Safari im Kruger Nationalpark: Welche Strecken wähle ich? Welche Touren unternehme ich? Wo übernachte ich. Eine Antwort mit Sichtungsgarantie gibt es natürlich nicht, immerhin willst du wilde Tiere beobachten. Und die machen nunmal was sie wollen. Für uns hat sich die folgende Aufteilung unserer vier Tage im Park als ziemlich perfekt herausgestellt:

Tag 1: Fahrt vom Paul Kruger Gate zum Lower Sabie Rest Camp

Die Route führt immer entlang des Sabie Flusses, was deine Chance auf Sichtungen ziemlich ansteigen lässt. Gerade tagsüber halten sich die Tiere gern am Wasser auf, wobei du in der Trockenzeit natürlich deutlich mehr Tiere an einer Wasserquelle antreffen wirst, als in der Regenzeit. Wir sind immer wieder auf kleine Nebenstraße oder an Aussichtspunkte gefahren, sodass wir für die 57 km* lange Strecke insgesamt mehr als fünf Stunden gebraucht haben. Getroffen haben wir auf unserer Fahrt Zebras, Giraffen, Elefanten, Nilpferde, Krokodile und natürlich zahlreiche Antilopen. Da Antilopen aber wahrscheinlich die einzigen Tiere im Kruger Nationalpark sind, für die ich dir eine Sichtungsgarantie geben würde, lasse ich diese in den folgenden Abschnitten einfach mal weg. Wenn du einmal im Park bist, wirst du sicher schnell merken, was ich meine.

Kruger Nationalpark Elefant Wasserbecken

Tag 2: Morning Walking Safari und Sunset Game Drive

Unser zweiter Tag im Park stand ganz im Zeichen unserer gebuchten Aktivitäten. Um vier Uhr morgens, noch weit vor dem Frühstück, starteten wir unsere Walking Safari. Getroffen haben wir dabei eine Horde Zebras, eine Giraffe, Nilpferde und eine Hyäne auf dem Rückweg ins Camp. Daneben haben wir aber auch extrem viele Spuren gesehen, den Schädelknochen von einem Nashorn gefunden und sehr viel über die Vogel- und Pflanzenwelt im Kruger Nationalpark gelernt. Nach vier Stunden Wandern im Busch brauchten wir erstmal ein ausgiebiges Frühstück und eine Abkühlung im Pool. Da am späten Nachmittag außerdem unsere nächste Tour anstand, sind wir an diesem Tag nicht selbst auf Safari gefahren. Der Sunset Drive war die perfekte Ergänzung zu unserer Walking Safari. In der einzigartigen Lichtstimmung vor Sonnenuntergang hatten wir außerdem riesengroßes Glück, was die Tiersichtungen angeht: Elefanten, Giraffen, Nashörner, Büffel und sogar eine Gruppe Löwen schlichen sich in unser Sichtfeld.

Tag 3: Rundfahrt vom Lower Sabie Rest Camp bis zum südlichsten Baobab Baum

Der dritte Tag im Kruger Nationalpark war unser Self-Drive Tag. Kurz vor Sonnenaufgang, direkt mit Öffnung des Gates, sind wir losgefahren. Und haben so schnell auch keine Pause eingelegt. Mit Umweg über die erste westlich vom Camp gelegene Brücke über den Sabie Fluss sind wir in  3,5 Stunden ca. 60 km* bis zur Tshokwane Picnic Site gefahren. Auf dem Weg sind wir Hyänen, Giraffen, Zebras und einer großen Herde Elefanten begegnet. Die Tshokwane Picnic Site war dann ziemlich unerwartet ebenfalls ein kleines Highlight: Im ziemlich leeren Café bestellten wir ein einfaches Frühstück und genossen –  so klischeehaft das jetzt auch klingen mag – die Safari-Atmosphäre. Unter einem Dach, das auf einen großen Baum gebaut wurde, spürten wir die aufkommende Hitze des Tages, während unsere Sandwiches im Feuerofen neben uns zubereitet wurden. Und umgeben waren wir im zentralen Teil des Parks von einer unendlichen Graslandschaft, an deren Horizont sich die Grenze zu Mosambik erhob und ab und zu ein kleines Propellerflugzeug auf der angrenzenden Landebahn landete.

Frisch gestärkt hatten wir natürlich noch lange nicht genug von unserer Self-Drive Safari und machten uns weiter nördlich auf die Suche nach den auf der Picnic Site angekündigten Leoparden bzw. Geparden. Und tatsächlich wurden wir keine halbe Stund später fündig! Es lohnt sich also definitiv, mal einen Blick auf die an allen Camps und Picnic Areas aushängenden Karten zu werfen, auf denen andere Touristen ihre Sichtungen markieren (oder dich verwirren wollen). Ziemlich euphorisch von so viel Glück sind wir anschließend noch bis zum südlichsten Baobab Baum gefahren, dort dann umgedreht und über die landschaftlich sehr beeindruckende H10 zurück zum Lower Sabie Rest Camp gefahren. Aufgrund der weitläufigen Graslandschaft haben wir dabei immer wieder Elefantenherden, Büffel, Giraffen und Zebras gesehen. Unsere Fahrtstrecke an diesem Tag betrug ganze 160 km* und beschäftigte und den gesamten Tag.

Tag 4: Fahrt vom Lower Sabie Rest Camp bis zur Crocodile Bridge

An unserem letzten Safari Tag im Kruger Nationalpark sind wir mal wieder ziemlich früh gestartet, um auf dem 35 km* langen Weg bis zum Crocodile Bridge Gate möglichst viel zu entdecken. Und tatsächlich konnten wir nach einem etwas frustrierten Start unser Glück kaum fassen: Ganze zwölf Löwen lagen im etwas höheren Gras zwischen Bäumen und Sträuchern verteilt und liefen immer mal wieder träge hin und her. Perfekter konnte der Abschluss unserer Safari im Kruger Nationalpark eigentlich nicht sein. Daher belohnten wir uns, zurück in der Zivilisation, mit einem ausgiebigen Frühstück und machten und anschließend auf den Weg nach Swaziland (oder eSwatini, wie es heute heißt).

* Die Strecken habe ich im Nachhinein mit Google Maps berechnet. Das heißt, wir sind aufgrund von Umwegen zu diversen Aussichtspunkten wahrscheinlich ein ganzes Stück mehr gefahren.

Safari Kruger Nationalpark für Einsteiger: Reisezeit

Aufgrund der Lage des Kruger National Park auf der Südhalbkugel, ist dort im europäischen Sommer gerade Winter und umgekehrt. Winter im Kruger Nationalpark bedeutet, dass die Temperaturen zwischen 10°C (nachts) und 26°C (tagsüber) schwanken. Der Niederschlag ist während dieser Monate minimal. Im Sommer herrscht im Kruger National Park Regenzeit. Aber auch in der Regenzeit wirst du an durchschnittlich nicht mehr als sieben Tagen im Monat nass. Die Sommer im Park können dir durch die hohe Luftfeuchtigkeit jedoch extrem heiß vorkommen. Die Durchschnittstemperaturen bewegen sich zwischen 20°C (nachts) und 32°C (tagsüber).

Viele Touristen ziehen den südafrikanischen Winter für einen Besuch im Kruger Nationalpark vor, da aufgrund der Trockenheit deutlich weniger Pflanzen deinen Blick auf die Tiere versperren. Ein Besuch im Sommer hat hingegen den Vorteil, dass (außerhalb der großen Weihnachtsferien) der Park deutlich leerer ist. Außerdem siehst du in dieser Jahreszeit viele Jungtiere. Jede Saison hat also ihre Vor- und Nachteile. Wir haben den Park im Januar besucht. Die Tage waren extrem heiß, aber da wir den Großteil im Auto verbracht haben, war die Klimaanlage unsere Rettung. Von Regenschauern wurden wir während unserer vier Tage im Park verschont. Trotz dem dichten Pflanzenwuchs haben wir viele Tiere gesehen, sogar alle „Big Five“ (Elefanten, Löwen, Leoparden, Büffel, Nashörner). Allerdings lag unsere Sichtungsquote im zentralen Bereich des Parks aufgrund der Vegetation deutlich höher.

Zebras Kruger Nationalpark

Wenn du dich nicht so ganz entscheiden kannst zwischen Sommer und Winter, dann sind die Übergangszeiten vielleicht die richtige Lösung für dich. Im März/April und September/Oktober regnet es deutlich weniger, die Temperaturen sind erträglicher und insbesondere nach dem trockenen Winter ist die Vegetation auch im September/Oktober noch nicht so dicht wie im Sommer.

Safari Kruger Nationalpark für Einsteiger: Reisedauer

Wie lange sollst du für deine erste Safari im Kruger Nationalpark einplanen? Puh, kaum eine Frage ist schwerer zu beantworten. Während eingefleischte Besucher des Parks dich wahrscheinlich kaum unter ein oder zwei Wochen davonkommen lassen, können für deinen ersten Besuch auch ein paar Tage ausreichend sein. Wenn du noch nie eine Safari unternommen hast, dann überlege dir genau, was das heißt: Du sitzt lange im Auto, es gibt immer wieder Phasen, in denen du kaum ein Tier zu sehen bekommst. Gleichzeitig möchtest du so viel wie möglich sehen und auch verschiedene Landschaften erkunden.

Wir waren für drei Nächte und 3,5 Tage im Park. Am Anreisetag sind wir noch vor dem Mittag in den Park eingefahren. Der Abreisetag begann für uns bereits vor Sonnenaufgang, sodass wir zwar gegen zehn Uhr aus dem Park gefahren sind, dabei aber bereits mehr als vier Stunden auf Safari waren. Ich persönlich fand diese Zeit absolut ausreichend für meine erste Safari. Nach fast vier Tagen ausschließlich im Auto war ich ganz froh, nicht mehr ganz so stark an das Gefährt gefesselt zu sein. Klar gehört auch Glück dazu, aber ich hätte mich außerdem nach vielen Tiersichtungen auch nicht mehr so über den nächsten Elefanten freuen können. Aber ich bin sowieso ein ziemlich abwechslungsfreudiger Mensch. Daher kann es sein, dass du ein paar Tage länger im Park benötigst. Solltest du mehr als vier Tage im Park verbringen, rate ich dir, deinen Aufenthalt auf zwei verschiedene Rest Camps aufzuteilen. So kannst du verschiedene Bereiche des Parks erkunden.

Safari Kruger Nationalpark für Einsteiger: Süden, Zentrum oder Norden?

Der Kruger Nationalpark erstreckt sich über eine Fläche von nahezu 20.000 km2, zwischen dem nördlichsten und südlichsten Punkt liegt eine Strecke von ca. 350 km. Je nachdem, wie viel Zeit du für deine Safari eingeplant hast, wirst du dich für einen Bereich des Parks entscheiden müssen. In Anbetracht der Flora und Fauna wird der Park in einen südlichen, zentralen und nördlichen Part aufgeteilt:

Der südliche Teil nimmt ca. 20% der Fläche des Nationalparks ein. Gleichzeitig ist die Dichte an Tieren dort am höchsten. Außerdem ist es der Bereich des Nationalparks, der am schnellsten vom internationalen Flughafen in Johannesburg zu erreichen ist. Das hat allerdings zur Folge, dass auch die meisten Touristen den südlichen Teil vorziehen. Der Part erstreckt sich von der südlichen Nationalparkgrenze bis zum Sabie Fluss. Auch wenn die Tierdichte hoch ist, kann dir, gerade im Sommer, die Vegetation schnell einen Strich durch die Rechnung machen, da die Landschaft geprägt ist von Büschen, hohen Gräsern und kleinen Bäumen.

Giraffen Kruger Nationalpark

Der zentrale Teil des Kruger Nationalpark befindet sich zwischen dem Sabie Fluss und dem Olifants Fluss. Dein Blick reicht hier deutlich weiter, da es sich hauptsächlich um weitläufige Grassteppe handelt. Daher wirst du hier bei deiner Suche nach großen Herden, wie z.B. Elefanten oder Zebras viel mehr Glück haben als im Süden. Wir sind dort auf eine Elefantengruppe nach der anderen gestoßen. Das ist auch der Grund dafür, warum du im zentralen Teil mit viel Glück Raubkatzen treffen kannst, die es auf ebendiese Herden abgesehen haben. Und tatsächlich haben wir hier auch einen von der Mittagshitze ziemlich trägen Leoparden im Baum liegen sehen.

Über dem Olifants Fluss beginnt der nördliche Teil des Parks. Er wird von vielen Besuchern als einsamer und wilder beschrieben. Hauptgrund dafür ist die lange Anreise und auch die langen Fahrtstrecken im Park selbst. Hinzu kommt, dass die Dichte der großen Wildtiere hier deutlich niedriger ist. Dafür kannst du hier seltenere Vögel oder Antilopen entdecken. Die Landschaft ist deutlich trockener als im Süden.

Je nachdem, wie viel Zeit du für den Kruger Nationalpark eingeplant hast, empfehle ich für deine erste Safari den südlichen und zentralen Teil des Parks. Hier wirst du in kurzer Zeit mehr entdecken können und kannst besser auf die Gegebenheiten der Regen- oder Trockenzeit reagieren.

Safari Kruger Nationalpark für Einsteiger: Malaria

Der Kruger Nationalpark liegt in einem Risikogebiet für Malaria. In der Regenzeit, zwischen Oktober und Mai, wird das Malariarisiko als “hoch” eingestuft, in der Trockenzeit als “mittel“. Das heißt, bei deinem Aufenthalt im Park solltest du Schutzmaßnahmen ergreifen. Wir haben uns gegen eine Malariaprophylaxe entschieden, insbesondere aufgrund der zahlreichen und intensiven Nebenwirkungen. Das Auswärtige Amt empfiehlt für die Regenzeit jedoch die Einnahme eines Prophylaxemedikamentes. Ich spreche hier keine Empfehlung aus, da diese Entscheidung sehr persönlich ist. Besuche vor deiner Reise unbedingt einen Tropenmediziner, der dich individuell beraten kann.

Kruger Nationalpark Malaria Kleidung

Unabhängig davon, wie du dich entscheidest, solltest du definitiv mechanische Schutzmaßnahmen gegen Mücken ergreifen. Das heißt, insbesondere während der Dämmerung lange Kleidung tragen, die von Mücken nur schlecht durchstochen werden kann (keine Leggings!). Außerdem solltest du während deines gesamten Aufenthaltes ein effektives Mückenschutzmittel auf deine Haut und deine Kleidung auftragen. Wir haben außerdem ein Stand-By Medikament gegen Malaria-Symptome mitgeführt, es in den auf unseren Aufenthalt im Nationalpark folgenden Wochen jedoch nicht benötigt. Du solltest das Risiko auf keinen Fall unterschätzen, gleichzeitig empfand ich das Mückenaufkommen jedoch als niedrig. Mit den genannten Schutzmaßnahmen ist keine Mücke an mein Blut gekommen.

Das war der erste Teil meines Guides für Anfänger auf Safari im Kruger Nationalpark. Hier kommst du zu Teil 2, in dem es um Mietwagen, Unterkunft, Self-Drive Safari und Touren geht (folgt). In Teil 3 erfährst du mehr über deine Anreise und den Eintritt und findest eine Packliste sowie Informationen zur Onlinebuchung (Link folgt).

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