Safari Kruger Nationalpark für Einsteiger: Mietwagen, Unterkunft, Touren (Teil 2)

Safari Kruger Nationalpark Einsteiger Mietwagen

Safaris sind nur was für Reisende mit dem nötigen Kleingeld? Und kommen für dich als Backpacker sowieso nicht in Frage? In Südafrika könnte es sein, dass du diese Glaubenssätze aufgeben musst. Klar ist: eine Safari wird schon ein ganzes Stück teurer als deine letzte Reise nach Indien. Aber wenn du dir den Safari-Traum erfüllen willst, dann bietet dir gerade der Kruger Nationalpark das beste Preis-Leistungsverhältnis und die besten Bedingungen für Anfänger. Alle Infos findest du hier in meinem Safari Guide Kruger Nationalpark für Einsteiger. Da es zu dem Thema doch so einiges zu erzählen gibt, habe ich diesen Guide in drei Teile aufgeteilt. Hier im zweiten Teil findest du Informationen zu Mietwagen, Unterkunft, Touren und Self-Drive Safaris im Kruger Nationalpark. Hier gehts zu Teil 1 und Teil 3 (folgt).

Safari Kruger Nationalpark für Einsteiger: Mietwagen

Falls du gerade noch über öffentliche Verkehrsmittel nachgedacht hast, solltest du die Idee lieber schnell begraben: du brauchst ein Auto. Ohne eigenen fahrbaren Untersatz wird es ziemlich schwierig mit der bezahlbaren Safari. Denn nur mit eigenem Auto kannst du auch selbständig durch den Park fahren oder die parkeigenen Camps erreichen. Wir waren bei unserer Südafrika Reise mit einem allradangetriebenen Ford Ranger unterwegs. Für den Kruger Nationalpark selbst ist dieser aber nicht notwendig. Die Wege sind in den meisten Fällen sehr gut ausgebaut, sodass du auch mit dem kleinsten Mietwagen problemlos voran kommst.

Safari Kruger Nationalpark Einsteiger Mietwagen

Außerdem ist die Geschwindigkeit innerhalb des Parks auf 40km/h (Sandstraßen) bzw. 50 km/h (Teerstraßen) beschränkt. Du wirst aber wahrscheinlich sowieso deutlich langsamer unterwegs sein, um keine Tiersichtung zu verpassen. Berücksichtige bei deiner Buchung allerdings, dass du auch schnell mal einem ausgewachsenen Elefanten gegenüberstehen kannst. Da habe ich mich in unserem stabilen Auto doch deutlich besser gefühlt. Da ist aber wahrscheinlich jeder Reisende anders, hör also ganz auf dein Gefühl. Wir haben unser Auto (mit Dachzelten) über Britz gebucht. Für einen normalen Mietwagen empfehle ich dir Sunnycars*, da ich bei allen bisherigen Mietwagenbuchungen sehr gute Erfahrungen mit dem Unternehmen gemacht habe.

Safari Kruger Nationalpark für Einsteiger: Unterkunft

Deine Nächte während deiner Safari im Kruger Nationalpark kannst du sowohl innerhalb des Parks als auch in den angrenzenden Städten verbringen. Auch wenn du mit einer Übernachtung außerhalb des Parks manchmal günstiger kommen kannst und die kurzfristige Verfügbarkeit zum Teil besser ist, verschwendest du extrem viel Reisezeit und Benzin, wenn du jeden Tag aufs Neue in den Park einfährst und dabei womöglich auch noch unterschiedliche Ort entdecken willst. Direkt im Kruger Nationalpark selbst kannst du in zahlreichen Camps und vielen verschiedenen Unterkünften übernachten. Mit Abstand am günstigsten wird dein Aufenthalt, wenn du im Zelt schläfst.

Für eine Self-Drive-Safari, bei der du Abends in dein Camp zurückkehrst, kommen vorrangig die zwölf Main Rest Camps in Frage, die sich von Süd nach Nord über die riesige Fläche des Parks verteilen. Daneben gibt es außerdem fünf Bushveld Camps, die für größere Gruppen geeignet sind, zwei Overnight Hides, bei denen du eine (kurze) Nacht direkt in einem Beobachtungsstand verbringst und drei Bush Lodges, die nur aus wenigen Bungalows bestehen. Die Main Rest Camps sind mit je einem Restaurant, einem Supermarkt (mit absolut vertretbaren Preisen) und einer Tankstelle ausgestattet. Trotzdem empfehle ich dir, deinen Tank in der letzten Stadt vorm Kruger Nationalpark noch einmal voll zu machen.

Safari Kruger Nationalpark Einsteiger Unterkunft

Wenn du dich für einen Campingplatz in einem dieser zwölf Camps entscheidest, fehlt es dir in den meisten Fällen an nichts: die Stellplätze sind überwiegend mit Elektrizität und immer mit einem Braai (südafrikanischer Grill) ausgestattet, Toiletten, Duschen und Kochmöglichkeiten befinden sich in Laufnähe und viele der Camps haben sogar einen Swimmingpool, in dem du dich von deinen Safaris erholen kannst. Außerdem starten die meisten Touren von den Main Rest Camps und finden oft außerhalb der Gate-Zeiten statt. Das heißt, wenn du an einer Tour teilnehmen willst, hast du gar keine andere Möglichkeit, als in dem jeweiligen Main Rest Camp zu übernachten.

Je nachdem, für welche Ecke des Parks du dich entscheidest, kommen verschiedene Camps in Frage. Und je nachdem, wie lange und umfangreich du den Park erkunden willst, kannst du auch verschiedene Camps nacheinander buchen. Da wir uns auf den Süden bzw. den zentralen Teil des Parks beschränkt haben, fiel unsere Wahl auf das beliebte Lower Sabie Rest Camp. Das Camp liegt direkt am Sabie Fluss, der so einige Tiere anzieht. So hatten wir z.B. das Glück beim Essen im Restaurant einen Leoparden direkt unter uns beobachten zu können. Aber keine Angst! Das Camp ist sehr gut gesichert und mehr als eine Antilope und einige Affen werden dich auf dem Campingplatz selbst nicht besuchen kommen. Du solltest aber deine Sachen immer ordentlich im Auto, Bungalow oder Zelt verstauen. Die Affen sind ziemlich furchtlos und stibitzen was das Zeug hält.

Deine Übernachtung kannst du bis einen Tag vor deiner Anreise online hier buchen. In Teil 3 (folgt!) meiner Reihe erkläre ich dir, wie die Onlinebuchung funktioniert. Je nach Saison können gerade auch beliebte Camps bereits mehrere Wochen oder gar Monate im Voraus ausgebucht sein. Mach dich also lieber frühzeitig schlau, ob deine Reise z.B. in die südafrikanischen Ferien fällt. Aktuell kostest der günstigste Zeltplatz 23 Euro pro Person und Nacht. Hier findest du die aktuellen Tarife für das Lower Sabie Rest Camp.

Safari Kruger Nationalpark für Einsteiger: Self-Drive Safari

Der große Vorteil (und gleichzeitig auch Nachteil) des Krüger Nationalpark ist, dass du dich eigenständig mit deinem Wagen durch den Park auf Tiersuche begeben kannst. Der Nachteil besteht darin, dass nicht nur du diese Möglichkeit hast, sondern auch alle anderen Besucher. Die wichtigste Grundregel auf der Tiersuche lautet daher: wo viele Autos parken, gibts meistens auch was zu sehen. Achte aber darauf, die Tiere nicht zu sehr zu bedrängen. Bevor du deine eigene Self-Drive Safari startest, ist es wichtig, dich mit ein paar grundlegenden Regeln und Hinweisen vertraut zu machen:

  • Außerhalb der Main Rest Camps sowie explizit ausgewiesener Picknick-Plätze darfst du auf keinen Fall dein Auto verlassen. Solange du dich im Auto aufhältst (und auch deine Arme oder deinen ganzen Oberkörper so wenig wie möglich aus dem Fenster streckst), erkennen die Tiere dich nicht als Lebewesen, sondern nur das Auto, in dem du sitzt. Sowohl für deine Sicherheit, als auch für eine ungestörte Tierbeobachtung ist es daher wichtig, dass du dich nicht “zu erkennen gibst“.
  • Fahre langsam. Mit mehr als 20 oder 30km/h wird es nicht nur schwierig, Tiere im Busch auszumachen. Du läufst außerdem Gefahr, dass plötzlich ein Tier (im schlimmsten Fall ein Büffel, Elefant, Rhinozeros etc.) aus dem Busch, genau vor deine Motorhaube läuft.
  • Plane Pausen ein. Das Auto darfst du wie bereits erwähnt nur an sehr ausgewählten Stellen verlassen. Da diese oft sehr viele Kilometer auseinander liegen und du nur langsam vorwärts kommst, solltest du unbedingt Pausen einplanen, in denen du deine Blase leeren und deine Beine vertreten kannst.
  • Nimm genügend Proviant mit. An den Camps und einzelnen Picnic-Sites hast du die Möglichkeit, essen zu gehen (wir hatten das beste Busch Frühstück überhaupt in Tshokwane). Wenn du aber günstig unterwegs sein willst, lohnt es sich auf jeden Fall, wenn du dich zuerst in einem großen Supermarkt außerhalb des Parks für deinen Aufenthalt mit Lebensmitteln eindeckst und dann auch auf deine jeweilige Self-Drive Safari ausreichend Wasser und Snacks mitnimmst.

Safari Kruger Nationalpark Einsteiger Self-Drive Safari

  • Überlege dir eine Route. Schau dir, bevor du auf Safari startest, eine Karte vom Kruger Nationalpark an und plane in etwa, wann du wo sein möchtest. Beachte dabei auch, dass du wahrscheinlich deutlich länger als von Google veranschlagt brauchen wirst. In der Morgen- und Abenddämmerung sind Tiere am aktivsten, in der Tageshitze versammeln sie sich dagegen oft an oder um Wasserlöcher. Es lohnt sich also, sehr früh morgens durch den Park zu fahren und anschließend für längere Zeit an einem Wasserloch auszuharren. Das gilt sowieso für jeden Teil einer Safari: Hab Geduld! Du wartest hier auf Lebewesen, nicht auf Computer, die sich programmieren lassen.
  • Eigentlich selbstverständlich, aber: lass deinen Müll auf keinen Fall im Park selbst und füttere keines der Tiere.
  • Informiere dich bei deiner Einfahrt in den Park über die offiziellen Gate-Zeiten. Du darfst im Park nur tagsüber selbst unterwegs sein. Die Gates werden kurz vor Sonnenaufgang geöffnet und kurz nach Sonnenuntergang geschlossen.
  • Mache dich vor deiner Safari insbesondere mit den Regeln für die Beobachtung von Elefanten vertraut . Die meisten Unfällen im Park passieren mit den grauen Giganten, da diese ab und an auch ziemlich sensibel auf Autos reagieren können.

Safari Kruger Nationalpark für Einsteiger: Touren

Auch wenn du auf deiner Self-Drive Safari schon Einiges entdecken wirst, kann es lohnenswert sein, doch auf die ein oder andere Tour im Kruger Nationalpark zu setzen. In den meisten Main Rest Camps hast du die Möglichkeiten, täglich an jeweils einem Morning Drive, einem Sunset Drive und einem Night Drive teilzunehmen. Das heißt, du setzt dich in einen offenen Safariwagen und wirst von erfahrenen Rangern durch den Park gefahren. Wenn du im Kruger Nationalpark zum ersten Mal überhaupt auf Safari gehst, ist der Start mit einem solchen Game Drive sinnvoll. Wenn du aufmerksam bist, wirst du schnell mitbekommen, wo du hinschauen musst, was du bei der Routenwahl beachten kannst und wie du dich im Nationalpark am besten verhältst. Eine Beschreibung der einzelnen Drives findest du hier.

Wir haben an einem Sunset Drive teilgenommen. Allein die Lichtstimmung zum Sonnenuntergang war beeindruckend. Und als wir dann auch noch auf eine kleine Gruppe Löwen gestoßen sind, war der Abend natürlich perfektioniert. Einzig die Rückfahrt ins Camp war ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Da es zu diesem Zeitpunkt bereits dunkel war, wurden uns Scheinwerfer ausgehändigt, mit denen wir den Straßenrand nach Augen absuchen sollten. Für mich persönlich nicht die Idee einer Safari, wie ich sie habe. Daher kam für uns auch die Nachtsafari nicht in Frage. Die Preise für Game Drives unterscheiden sich abhängig von deinem Übernachtungsort und für welche der drei Varianten du dich entscheidest. Derzeit liegen diese zwischen 17 und 28 Euro pro Person.

Safari Kruger Nationalpark Einsteiger Touren

Im Kruger Nationalpark kannst du aber nicht nur mit einem fahrbaren Untersatz auf Tiersuche gehen, sondern tatsächlich auch zu Fuß durch den Busch laufen. In elf der zwölf Main Rest Camps hast du die Möglichkeit, an einer Walking Safari (meist am Morgen) teilzunehmen. Dabei bist du in einer Gruppe von bis zu acht Personen mit zwei Rangern unterwegs. Die Ranger haben auf den Walks geladene Schusswaffen dabei, um im äußersten Notfall damit für deine Sicherheit zu sorgen. Das wird allerdings nur in den seltensten Situationen der Fall sein, da die Tiere, sobald du das Auto verlässt, vor dir zurückschrecken werden. Erwarte daher nicht, dass du den großen Tieren sonderliche nahe kommst. Die Walks im Kruger National Park eignen sich stattdessen hervorragend, um die Natur im Park auf einer viel kleineren Ebene wahrzunehmen. Die Ranger haben ein extrem breites Wissen. Nicht nur, was die üblichen Verdächtigen angeht, sondern auch über die Pflanzenwelt und all die kleinen Tierchen, die man im Auto gern mal übersieht. So haben wir direkt vor Ort gelernt, wie Amarula Likör hergestellt wird, welche Pflanze wir als natürliche Seife nutzen können und wie der Park Hunde trainiert, um gegen Wilderer vorzugehen. Achja, und neben einer Herde Nilpferde haben wir auch noch gefrühstückt. Die Walks bieten dir also eine ganz andere Erfahrung im Krüger National Park als im Auto und sind daher eine ganz klare Empfehlung.

Daneben hast du außerdem die Möglichkeit, mehrtägige Wanderungen durch den Park zu buchen. Damit habe ich bei unserem Aufenthalt keine Erfahrung gemacht, aber definitiv eine Option, die du nicht außer Acht lassen solltest.

Das war der zweite Teil meines Guides für Einsteiger auf Safari im Kruger Nationalpark. Hier kommst du zu Teil 1, in dem es um meinen Erfahrungsbericht, Reisezeit, Reisedauer und Malaria geht. In Teil 3 erfährst du mehr über deine Anreise und den Eintritt und findest eine Packliste sowie Informationen zur Onlinebuchung (Link folgt).


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