Backpacking Kolumbien: 3 Geheimtipps für die Zona Cafétera

Backpacking Kolumbien Geheimtipps Zona Cafetera

Ein wesentlicher Bestandteil beim Backpacking Kolumbien, den quasi kein Besucher auslässt? Die Zona Cafétera, auch Kaffeeregion, Kaffeeachse oder Kaffeedreieck genannt. Die hügelige grüne Landschaft liegt genau in der Mitte zwischen Medellín und Cali und lockt mit einem der bekanntesten Lebensmittel des Landes: Kaffee. Ob Kaffeefreak oder nicht, in der Zona Cafétera wird so ziemlich jeder Reisende glücklich. Mit meinen Tipps für die Zona Cafétera hast du ganz bestimmt eine grandiose Zeit beim Backpacking Kolumbien.

Klar könnte ich dir jetzt einiges über Salento erzählen, wie schön die Architektur ist, wo du den besten Kaffee findest, wo der beste Aussichtspunkt ist und wie du ins Valle del Cocora kommst. Aber das dazu hast du wahrscheinlich schon unzählige andere tolle Blogartikel gefunden. Ich war insgesamt zehn Tage in der Zona Cafétera und habe neben den üblichen Sightseeing Highlights ein paar echte Geheimtipps entdeckt.

Geheimtipps Zona Cafétera: Hostal Monte Qimbaya

Die meisten Besucher der Zona Cafétera kommen nach Salento. Die Kleinstadt ist DAS Zentrum der Region. Wenn du aber eher auf der Suche nach Ruhe bist und die unglaublich grünen Hügel für dich genießen willst, dann zieh doch einmal die Region um Manizales in Betracht. Während die Stadt selbst einer austauschbaren Großstadt ähnelt, kannst du außerhalb echte Ruhe finden. Im Juli 2017 haben wir online das damals gerade wiedereröffnete Hostal Monte Qimbaya entdeckt. Betrieben wird das kleine Hostel von Lineth und Arne. Die beiden sind 2017 nach Manizales gekommen, um zusammen mit ihrem kleinen Sohn Samuel ein anderes Leben als zuvor in Deutschland zu führen.

Wenn du es einmal aus der Innenstadt in die grünen Hügel geschafft hast, wirst du direkt merken, wie sich dein Puls beruhigt und ganz viel frischer Sauerstoff in deinen Lungen ankommt. Natürlich kannst du auch von hier aus die typischen Ausflüge in der Zona Cafétera machen. Und wenn du nicht nur eine Kaffeefarm besuchen, sondern dich auch noch auspowern willst, dann ist Manizales der perfekte Ausgangsort für einen Ausflug in den Nationalpark Los Nevadas. Aber ganz ehrlich? Wir konnten uns nichts besseres vorstellen, als unsere Tage in der Hängematte zu verbringen, die ganzen Reiserinnerungen der vergangen Wochen ein bisschen sacken zu lassen und den Blick immer wieder über die saftig grünen Hügel schweifen zu lassen.

Geheimtipps Zona Cafétera: Salamina

Irgendwie hatten wir nach Salento und Manizales noch nicht genug von der schönen Zona Cafétera. In dem kleinen Städtchen Salamina sollte uns ein spannender Abschluss unserer Zeit in der Kaffeeregion erwarten. Im Gegensatz zu Salento triffst du in Salamina auf nahezu keine anderen Touristen. Die Stadt erwartet dich auch nicht mit internationalen Restaurants und auf Gringos zugeschnittene Cafés. Stattdessen erlebst du in Salamina ein Kolumbien, dass sich anfühlt, als wäre es nicht extra für Touristen erstellt worden. Die Auswahl an Restaurants ist ziemlich dünn, auch unser Hotel hatte schon bessere Tage gesehen. Aber einfach nur auf dem Hauptplatz zu sitzen, das Treiben zu beobachten und die vielen wunderschönen Häuschen anzusehen, war den Ausflug aus der Toruistenblase definitiv wert. In der jeweiligen Saison kannst du von Salamina aus nicht nur die typischen Kaffeefarmen besuchen, sondern auch die Herstellung von Panela, einem typisch kolumbianischen Vollrohrzucker beobachten.

Backpacking Kolumbien Salamina

Und wenn du eine Alternative zum überlaufenen Valle del Cocora bei Salento suchst, dann wirst du hier ebenfalls fündig. Informiere dich aber unbedingt rechtzeitig bei deiner Unterkunft über die Abfahrtszeiten der Busse nach San Félix. Als wir letztes Jahr vor Ort waren, fuhr der einzige Bus des Tages nämlich um sechs Uhr morgens ab. Und da wir die Wachspalmen, immerhin die größten Palmen der Welt, bereits im Valle del Cocora bestaunt hatten, drehten wir uns lieber nochmal im Bett um. In der Nähe von San Félix findest du den Bosque de Palmas del Cera. Dafür musst du nach deiner Busfahrt nach San Félix entweder ein Motortaxi finden, hitchhiken oder laufen, um die Finca Luis Abril zu erreichen. Von dort kannst du an einer Tour zu den Palmen teilnehmen, oder selbst deinen Weg finden. Ich persönlich finde, das klingt nach einer ziemlich spannenden Alternative zum Valle del Cocora. Wenn Salento also nicht auf deiner Reiseroute liegt, dann findest du in und um Salamina ziemlich spannende und sehr authentische Alternativen.

Geheimtipps Zona Cafétera: Finca Momota

Was darf auf deiner To-Do-Liste für die Zona Cafétera nicht fehlen? Natürlich der Besuch einer waschechten, kolumbianischen Kaffeefarm. Wenn du vor der Frage stehst, welche Finca es werden soll, fühlst du dich ziemlich wahrscheinlich ziemlich erschlagen von dem großen Angebot. Wie wir leider selbst erfahren mussten, sind die meisten Touren extrem kommerziell und nicht gerade informativ. Bei unserem ersten Versuch wurde unsere Tour in einer halben Stunde abgefertigt, ein paar sehr allgemeine Fakten gestreut und anschließend ein mittelguter Kaffee aus der Siebträgermaschine gezogen. Aber so muss es dir nicht gehen. Wenn Kaffee für dich auch mehr ist, als ein Wachmacher, dann mach dich unbedingt auf den Weg zur Finca Momota.

Die Kaffeefarm liegt nur wenige Gehminuten außerhalb von Salento und ist ein echtes Juwel. Als wir letztes Jahr dort waren, hatte Uri die Farm gerade erst übernommen, vom Unkraut befreit und angefangen, das Farmhaus wieder aufzubauen. Die Energie, mit der er an dieses übermächtige Projekt herangetreten ist, war einfach unglaublich. Hier sorgt sich tatsächlich jemand um das Kulturgut Kaffee und die einzigartige Landschaft. In mehr als drei Stunden haben wir so viel über Kaffee gelernt, wie ich niemals für möglich gehalten hätte. Seit unserem Besuch dort, habe ich jede Kaffeebohne mit anderen Augen gesehen, die Zubereitung in Cafés mit anderen Augen beobachtet und auch meinen Kaffee Zuhause nie wieder auf die gleiche gedankenlose Art und Weise hergestellt.

Backpacking Kolumbien Kaffeefarm

Neben dem unerschöpflichen Wissen über den Kaffeeanbau, die Kaffeeröstung und die Kaffeezubereitung ist es vor allem Uri selbst, der den Besuch auf der Finca Momota so einzigartig macht. Der Reisende ist nach Kolumbien gekommen, um seinen Sohn, gemeinsam mit seiner Frau, nah an der Natur großzuziehen und mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Davor aber war er Tauchlehrer, Künstler und hat Weihnachtsbäume in New York City verkauft. Langweilig wurde es in unseren drei Stunden vor Ort also kein bisschen. Mittlerweile ist das Farmhaus fertiggestellt und du kannst direkt auf der Kaffeefarm übernachten. Auch wenn ich dir das leider nicht aus eigener Erfahrung empfehlen kann, bin ich mir ziemlich sicher, dass du eine einzigartige Zeit dort erleben wirst.

Das waren also meine Geheimtipps für die Zona Cafétera für deinen Backpacking Trip nach Kolumbien. Schreibe mir doch, wenn du einen meiner Tipps selbst ausprobiert hast! Oder hast du noch andere Geheimtipps für die Region?

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